Knapp zwei Monate vor Beginn der Fußball-Weltmeisterschaft in Brasilien können sich noch etliche deutsche Spieler Hoffnungen auf die WM-Teilnahme machen. Bundestrainer Jogi Löw wird erst am 8. Mai seinen vorläufigen WM-Kader bekanntgeben. Spätestens am 2. Juli muss der DFB dann sein endgültiges WM-Aufgebot an die FIFA melden. Insgesamt darf der Bundestrainer 23 Spieler mit nach Brasilien nehmen.

Die Personalentscheidung dürfte sich dieses Mal besonders schwierig gestalten, da etliche Stammspieler an Verletzungen laborieren oder ihrer Form hinterherlaufen. Zwar besteht bei einigen die Hoffnung, dass sie rechtzeitig bis zum ersten Gruppenspiel am 15. Juni gegen Portugal wieder fit werden, aber das alleine wird nicht reichen, schließlich müssen die Rekonvaleszenten auch noch Spielpraxis sammeln.

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Schwierige Situation in der deutschen Offensive

Besonders prekär ist die personelle Situation in der deutschen Offensive. Löws Lieblingsstürmer, der 35jährige Miro Klose, plagt sich schon seit längerer Zeit mit einem Muskelfaserriss und wird sehr wahrscheinlich bis zum 8. Mai nicht mehr für Lazio Rom auflaufen. Danach stehen nur noch zwei Spiele in der Serie A auf dem Programm, zu wenig um die eigene WM-Tauglichkeit unter Beweis zu stellen. Klose wird aber ganz sicher mit nach Brasilien fahren, er hat bei großen Turnieren noch nie enttäuscht. Bei Mario Gomez sieht es nicht viel besser aus, der Stürmer vom AC Florenz leidet unter wiederkehrenden Knieproblemen und musste deshalb in der laufenden Saison schon fünf Monate pausieren. Aktuell sieht es so aus, als können er wieder spielen, wie er bis zur WM noch die nötige Spielpraxis sammeln soll, steht aber auf einem anderen Blatt.

Sehr wahrscheinlich wird Löw – neben den gestzten Schürrle und Podolski – noch einen weiteren Stürmer als Back-up für Klose und Gomez mit nach Brasilien nehmen, hierfür kommen beispielsweise Max Kruse oder Pierre-Michel Lasogga in Frage, wenngleich sie über keine internationale Erfahrung verfügen.

Probleme auch in Abwehr und Mittelfeld

In der Abwehr und im Mittelfeld muss der Bundestrainer um die Einsatzfähigkeit von Höwedes, Bender, Khedira, Özil, Schmelzer und Marcell Jansen bangen. Sami Khedira hat seinen Kreuzbandriss zwischenzeitlich auskuriert und ist bei Real wieder ins Lauftraining eingestiegen, er wird voraussichtlich zum WM-Auftakt zur Verfügung stehen. Bei Mesut Özil sind die Probleme vor allem mentaler Natur, der Deutschtürke ist bei Arsenal London in eine tiefe Formkrise gerutscht und muss erst wieder neues Selbstvertrauen gewinnen.

In einem ZDF-Interview hat sich Löw kürzlich über seine bevorzugte personelle Aufstellung im Mittelfeld geäußert. Demnach möchte er drei Spieler, die ständig die Positionen tauschen und variabel sind. Neben den gesetzten Schweinsteiger und Lahm, könnte Toni Kroos das deutsche Mittelfeld komplettieren, er würde perfekt in Löws Anforderungsprofil passen.

Als problematisch könnte sich wieder einmal das gute Abschneiden der Bayern in der Champions-League erweisen. Sollten sie erneut das Finale erreichen, würden sie zum Auftakt des WM-Trainingslagers in Südtirol (ab 21. Mai) fehlen. Insofern kommt das vorzeitige CL-Aus von Borussia Dortmund dem Bundestrainer durchaus gelegen.

Bekanntgabe des DFB WM-Kaders am 8. Mai